Prozessautomation in der Brauerei: Was gegen den Bierschwund hilft

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Prozessautomation in der Brauerei: Was gegen den Bierschwund hilft

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Der Bierabsatz in Deutschland schrumpft zwar nicht dramatisch, aber doch beständig. Gerade kleinere und mittelständische Brauer sind da gezwungen, ihre Kosten zu senken.
Prozessautomation

Quelle: Wellmann Anlagentechnik GmbH

  • Hefeabziehen auf Schwäbisch bei der Löwenbrauerei: clever und sparsam.
  • Wellmann Engineering stellte der Brauerei eine Lösung zur Prozessautomation bereit, mit der die Phasentrennung von Hefe und Bier exakt durchgeführt wird.
  • Die Investition in die Prozessautomations-Lösung amortisierte sich innerhalb von zwei Jahren.

Der Bierabsatz in Deutschland schrumpft – nicht dramatisch, aber beständig. Damit sie wettbewerbsfähig bleiben, müssen gerade kleine und mittelständische Brauer an der Kostenschraube drehen. Um das Hefemanagement im Brauprozess zu optimieren, hat die Löwenbrauerei Schwäbisch Hall zusammen mit dem Anlagenbauer Wellmann Engineering eine mobile Pumpeneinheit entwickelt. Das Aggregat senkt Bierschwund und Wasserverbrauch signifikant, sodass sich die fünfstellige Investition in die Prozessautomation innerhalb von zwei Jahren amortisierte.

Bis Mitte 2017 wurde das Hefeabziehen aus den zylindrokonischen Tanks (ZKT) der Löwenbrauerei Hall händisch bewerkstelligt und durch ein Sichtfenster überwacht. „Von außen ist aber nicht unmittelbar zu sehen, ob ich im Tankinnern noch Hefe oder schon wertvolles Bier absauge“, sagt Diplom-Braumeister Hermann Mayerle. Das Verfahren war nicht nur mit hohen Produktverlusten, Bierschwand genannt, und Personalaufwand verbunden. Um die abgezogene Hefe über längere Strecken pumpbar zu halten, mussten die Schwaben Trinkwasser hinzu dosieren.

Hefeabziehen vorher: Über das Sichtfenster wurde von außen kontrolliert, wann Bier statt Hefe in den Abzug gelangt, um die Öffnung daraufhin manuell zu schließen. Bild: Wellmann Anlagentechnik GmbH

Kampf dem Bierschwand durch Prozessautomation

Gemeinsam mit Wellmann Engineering als Partner für Verfahrenstechnik, Automation und Montage wurde der Prozessablauf des Hefe-Abpumpvorgangs analysiert. Im Fokus standen die maßgeblichen physikalischen Parameter wie Fließgeschwindigkeit sowie pumpeneinlauf- und pumpenauslaufseitiger Gassättigungs- und Differenzdruck. Weitere wichtige Aspekte bestanden im Verlauf der Rohrleitung und der Hefebeschaffenheit. Ziel war die exakte und automatisierte Phasentrennung zwischen Bier und Hefe. Da die Homogenität der Hefe im Verlauf der Gärung stark variiert, wurde eine Reihe von Viskositätsmessungen durchgeführt. Auf Basis dieser Viskositätsanalyse und der gegebenen Rohrleitungswege wurden der Pumpentyp ausgewählt und die Steuerungstechnik ausgelegt.

Prozesseffizienz steigern, Produktverluste senken

Die eingebaute Messtechnik erkennt unter anderem die Trennung von Hefe zu Bier und regelt den Abpump-Vorgang in Sekundenbruchteilen ab. Zusätzlich überwacht und steuert die Sensorik den Hefefluss während des Pumpvorgangs. Je nach Hefetyp kann die Pumpe individuell und bedarfsgerecht gefahren werden, sodass die Hefe im Gärtank nachrutschen kann und vom Sog erfasst wird. Die frequenzgeregelte Pumpe arbeitet stufenlos, sodass der Hefestrom nicht abreißt und sich keinerlei Rückstände im Konus der ZKTs bilden, die bei der Filtration wieder zu Störungen führen können. Gleichzeitig realisiert das Aggregat die exakte Trennung der Phasen Hefe und Bier.

Nach zwei Jahren im Regelbetrieb zieht Braumeister Mayerle ein rundum positives Fazit: „Mit dem mobilen Pumpenaggregat erhöhen wir die Effizienz und Wertschöpfung im Brauprozess und meine Kollegen können sich stärker auf ihre wertschöpfenden Kerntätigkeiten konzentrieren.“ Der Wasserverbrauch konnte signifikant reduziert werden, der Gesamtbierschwand sank um circa 15 Prozent, sodass sich die fünfstellige Investition innerhalb von 24 Monaten vollständig amortisierte.

Erfahren Sie hier mehr Automation für die perfekte Butterbrezel.

Lesen Sie auch: Standardisierte Schnittstelle und funktionales Anlagen-Abbild

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Merck hat die Markteinführung des ersten kommerziellen Produkts von Feelit bekannt gegeben. Das in Haifa ansässige Startup mit Schwerpunkt auf Industrie 4.0 war Teilnehmer des Innovationslabors PMatX von Merck in Israel, dessen Fokus auf Elektronik der nächsten Generation liegt.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: SCM 2040

10 Megatrends für die nächsten 20 Jahre: Darauf müssen sich Supply Chain Manager einstellen

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.