Membranpumpen: Deutscher Experte liefert hochpräzise Pumpen zur Impfstoffherstellung

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Membranpumpen: Deutscher Experte liefert hochpräzise Pumpen zur Impfstoffherstellung

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Zahlreiche Länder weltweit forschen seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie unter Hochdruck an neuen Impfstoffen gegen das Virus. Bei der Förderung der eingesetzten Stoffe darf es zu keinen Dosierfehlern oder Schwankungen kommen. Dafür werden hochpräzise und pulsationsarme Pumpen, die hermetisch dicht arbeiten und nach ATEX-Norm zertifiziert sein müssen benötigt.
Membranpumpen

Quelle: Gerd Altmann/Pixabay

Trotz des bisherigen Erfolgs im Kampf gegen das Corona-Virus stehen die Erforschung und der Einsatz geeigneter Impfmittel im Vordergrund. Damit diese auch zuverlässig und in ausreichenden Mengen produzierbar sind, bedarf es je nach Herstellungsmethode der passenden technischen Ausstattung. Aus diesem Grund kommen hygienisch und präzise arbeitende Membranpumpen zum Einsatz.

Die italienische Niederlassung eines US-Unternehmens plant und unterstützt nun im Verbund mit einem internationalen, großen Pharmakonzern die weitere Massenproduktion eines Impfmittels und benötigte hierfür die entsprechenden Aggregate. Konkret sollten dabei organische Wirkstoffe aus einem Bioreaktor zusammen mit Trägerstoffen wie Heptan und Ethylacetat schonend und sicher für das weitere chromatographische Aufreinigungsverfahren förderbar sein.

Die hier zum Einsatz kommenden Membranpumpen mussten hermetisch dicht sein und andererseits einen konstanten sowie präzise einstellbaren Förderfluss gewährleisten. Zudem war wegen der Verwendung von Lösungsmitteln ein ATEX-konformer Pumpentyp gefragt. Die Gesamtzeit für Fertigung und Lieferung der Aggregate war außerdem sehr knapp bemessen, da der Hersteller möglichst bald mit seiner Produktion des Impfstoffs beginnen wollte.

Angesichts dieser hohen Anforderungen beauftragte das Unternehmen die italienische Tochterfirma der LEWA GmbH als zuverlässigen Kooperationspartner. Der Pumpenexperte ist seit über 25 Jahren in der Pharmabranche tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in GMP-Produktionsbereichen (Good Manufacturing Practice) sowie in den speziellen Anforderungen der U.S. Food and Drug Administration (FDA), denen die Pumpen ebenfalls genügen sollten. Als Liefertermin war Mitte Dezember 2020 vereinbart.

Pulsationsfreie Förderung durch Mehrkopfsystem

„Bei der Frage, welcher Pumpentyp sich für diese Anwendung am besten eignet, fiel die Entscheidung zugunsten des Modells Ecodos, das seit vielen Jahren erfolgreich bei führenden Pharmakonzernen zum Einsatz kommt“, berichtet Stefano Biolcati von LEWA-Nikkiso Italy S.r.l. „Die hermetisch dichte Pumpe mit vierfacher PTFE-Sandwichmembran und Membranbruchüberwachung ist ein Garant für absolute Fördersicherheit und damit die erste Wahl.“

Um die vom Auftraggeber gewünschte Kombination verschiedener Förderleistungen in Höhe von 3600 l/h sowie 1500 l/h zu erfüllen, konzipierte das Team von LEWA ein Set aus zwei Ecodos-Pumpen der Klasse LEG3 sowie einer Pumpe der Klasse LEF3. Da die eingesetzten Wirkstoffe außerdem möglichst pulsationsfrei zu fördern sind, sind die Pumpen in der Triplex-Variante ausgeführt. Das bedeutet konkret mit drei Pumpenköpfen je Pumpe und Motor. Durch diese Konstruktion ist gewährleistet, dass die Pausen-Intervalle bei der Dosierung bezüglich der Längsmischung sehr kurz bleiben. Somit konnte auf zusätzliche Pulsationsdämpfer verzichtet werden, die aufgrund ihrer Bauart bezüglich Rückvermischung wie auch Reinigung problematische Toträume bedeutet hätten.

„Zu berücksichtigen war nun einerseits, dass die Aggregate empfindliche Wirkstoffe für die weitere Aufreinigung im Flüssig-Chromatographie-Verfahren transportieren und andererseits, dass die Trägermittel Heptan und Ethylacetat spezifisch zu beachtende Lösungsmitteleigenschaften haben“, erklärt Biolcati. „Daher musste eine schonende und stabile Förderung auch im niedrigen Kapazitätsbereich gewährleistet sein.“

Die Ecodos-Modelle bieten mit einem kleinen NPSHr-Wert ein gutes Ansaugverhalten, sodass auch bei Trägerfluiden mit niedriger Viskosität, keine Kavitationen entstehen. Darüber hinaus lassen sich die aus dem Bioreaktor stammenden organischen Stoffe schonend fördern, da die Scherwirkung im Pumpvorgang gering ist. Aus diesen wird später der Impfstoff im Chromatographie-Prozessschritt gewonnen.

MembranpumpenQuelle: LEWA GmbH
Um Mischungsfehler zu vermeiden, wurden die Pumpen in der Triplex-Variante ausgeführt, das heißt mit drei Pumpenköpfen je Pumpe und Motor. Dadurch war kein Pulsationsdämpfer notwendig.

Membranpumpen: Weiter Einstellbereich und hohe Präzision

„Eine zusätzliche Anforderung bestand in der Notwendigkeit einer extrem genauen Dosierung über einen großen Kapazitätsbereich“, berichtet Biolcati. Speziell bei den Ecodos-Pumpen lässt sich die Fördermenge mit Hilfe der regelbaren Motoren über die Drehzahl mit einer maximalen Abweichung von +/- 1 Prozent konstant halten. In Kombination mit der drucksteifen Förderkennlinie wird auch bei schwankendem Gegendruck eine präzise und reproduzierbare Fördermenge garantiert. So lassen sich die Fluide auf den Milliliter genau dosieren und in ausreichenden Mengen für die Herstellung von Impfmittel fördern. Falls später eine Anpassung an der Zusammensetzung des Vakzins notwendig werden sollte oder schlicht ein größeres Volumen an Impfstoff bereitgestellt werden soll, können die benötigten Fluidmengen auf diese Weise problemlos geändert werden.

Nicht zuletzt mussten die Membranpumpen einen sterilen Herstellungsprozess ermöglichen und den hygienischen Produktionsanforderungen genügen. Dadurch lassen sich Verunreinigungen oder Kontaminationen der Fluide ausschließen. Die Variante der Ecodos trägt dank ihres kompakten und für die Dampfreinigung optimierten Designs auch den Bedingungen im GMP-Umfeld Rechnung.

Lieferung der Pumpen rechtzeitig zum Produktionsstart

Trotz der speziellen Anforderungen an die Pumpen konnte LEWA den Auftrag pünktlich mit der Lieferung an das Pharma-Unternehmen abschließen. „Dank der enormen Leistungsbereitschaft des Teams und dem effizienten Einbezug einzelner, für die Pharmaindustrie zugelassener Standard-Komponenten war es möglich, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen“, erklärt Biolcati abschließend. Wir sind sehr stolz darauf, diesen kleinen Beitrag zur globalen Bekämpfung der Pandemie geleistet zu haben. Seit Januar 2021 befinden sich nun die neuen Aggregate erfolgreich und ohne Ausfälle im Einsatz.

Lesen Sie auch: Scrollpumpen – Pfeiffer Vacuum stellt HiScroll ATEX vor

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