Life-Science-Unternehmen: 3 Voraussetzungen für die erfolgreiche Digitalisierung

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Life-Science-Unternehmen: 3 Voraussetzungen für die erfolgreiche Digitalisierung

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Life-Science-Unternehmen haben die Digitalisierung keineswegs verpasst. Im Gegenteil – die Branche ist offen für Innovation, wie mobile Apps, Machine Learning, künstliche Intelligenz. Dabei mangelt es weder an der Bereitschaft zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten noch an den technologischen Möglichkeiten.
Life-Science-Unternehmen

Quelle: PopTika/shutterstock

Was bei der Umsetzung der digitalen Transformation häufig fehlt, ist eine gelungene Skalierung – und damit der langfristige Erfolg. Woran liegt das bloß? Wer der Frage nachgeht, warum es Life-Science-Unternehmen häufig nicht gelingt, digitale Maßnahmen erfolgreich zu skalieren, stößt auf drei wichtige Voraussetzungen:

1. Digitale Strategie entwickeln

Die scheinbar unendlichen Möglichkeiten moderner Technologien sind verlockend. Apps, Portale, Produktwebsites – Entwicklungen in diesen Bereichen versprechen einen direkten Draht zu Medizinern und Patienten, einen erleichterten Marktzugang, eine verbesserte Kundenbindung. Nur: Für sich stehend, also nicht eingebettet in eine ganzheitliche digitale Strategie, können sie langfristig nicht auf relevante Business-KPIs einzahlen. Das wirkt sich negativ auf die Produktqualität und den ROI aus. Und am Ende werden festgefahrene Projekte immer wieder zugunsten neuer, innovativer Maßnahmen aufgegeben. Effizienz sieht anders aus. 

2. Monolithische IT-Systeme überwinden

Ein digitales Geschäftsmodell kann nur so gut sein wie die zugrundeliegende Technologie. „Gut“ bedeutet in diesem Fall vor allem: zukunftsfähig. Die IT-Umgebungen der meisten Life-Science-Unternehmen bestehen jedoch aus monolithischen IT-Systemen. Geschlossene Architekturmodelle und Business-Applikationen, die in Datensilos enden, verlangsamen Prozesse und verkomplizieren die Integration neuer Features und Systeme. 

Gleichzeitig nimmt die Diversität von Datentypen und damit die Datenkomplexität zu. Die wertvollste Ressource des Digital Business, Daten, kann nicht optimal und organisationsweit genutzt werden. Das führt zu einer fragmentierten Customer Journey auf der einen und zur Verzögerung klinischer Studien auf der anderen Seite. 

3. Unternehmenskultur und Mindset 

Risikofreude stellt bei Life-Science-Unternehmen traditionell keine wesentliche Grundlage für Geschäftsentscheidungen dar. Die Unternehmenskultur baut auf Sicherheit und Stabilität – das bringt das Themenfeld automatisch mit sich. Zahlreiche Anforderungen an die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verlangsamen den digitalen Fortschritt permanent. 

Entsprechend vorsichtig entwickeln und planen CIOs bis heute technologische Innovationen. Wer erfolgreich digitale Produkte umsetzen will, benötigt jedoch ein gewisses Startup-Mindset. Bei der rasanten Geschwindigkeit, mit der sich die Möglichkeiten und Kundenbedürfnisse weiterentwickeln, ist es wichtig, Funktionalität vor Perfektion zu stellen, schnelle Entscheidungen zu treffen und zeitnah nutzbare Produkte auf den Markt zu bringen.

Life-Science-Unternehmen
Der Zyklus vom Design Thinking zur Agilität. (Bild: AOE)

Digitale Plattformen als Lösungsansatz für Life-Science-Unternehmen

Um das Potenzial moderner Technologien effizient und langfristig für ihr Unternehmen zu nutzen, müssen CIOs von Life-Science-Unternehmen umdenken: weg von attraktiv erscheinenden Einzelmaßnahmen hin zu einem digitalen Fundament für die Businessstrategie. Konkret bedeutet das: eine digitale Plattform aufbauen, die einen ganzheitlichen Shift hin zum Digitalen ermöglicht. Warum? Hier können unterschiedlichste Zielgruppen mit ihrem Angebot und ihrem Bedarf zusammenkommen, seien es Patienten, Mediziner, Kliniken oder Hersteller.

Das Ziel sollte eine Plattform sein, die als transaktionaler Marktplatz für Informationen und Services noch viel mehr erreicht: Kunden und ihre Bedürfnisse in den Fokus rückt, Touchpoints für die gesamte Customer Journey bietet – und dafür vorhandene Daten optimal ausnutzt.  Ein solches Projekt ist natürlich nicht in wenigen Wochen realisiert. Das macht aber nichts: Die Entwicklung kann sukzessive in abgeschlossenen Einzelphasen erfolgen – gerade agile Entwicklungsmethoden ermöglichen eine effiziente Umsetzung mit kontinuierlicher Priorisierung elementarer Bestandteile. Hierbei gilt es, zwei Anforderungen zu beachten:

1. Customer Experience in Life-Science-Unternehmen

Ausgangspunkt für erfolgreiches Digital Business dürfen weder das eigene Angebot noch die Möglichkeiten der Technologie sein, sondern die Kunden und ihre Bedürfnisse. Eine nahtlose Customer Experience über unterschiedliche Kanäle hinweg, die personalisierte Ansprache und ein nutzerfreundliches Frontend sind nur einige Elemente, die Kunden heute von einer digitalen Plattform erwarten. Damit das gelingen kann, müssen Daten zentralisiert werden und CRM und mobile Applikationen verknüpft sein. 

2. Planung einer Microservice-Architektur

In der Umsetzung ist eine API-basierte Microservice-Architektur zwar zunächst aufwändiger als die bestehenden monolithischen Systeme. Will ein Unternehmen mit seiner digitalen Plattform zukunftsfähig sein, kommt es an einer Architektur, die neue Features und Funktionen schnell integrieren kann, nicht vorbei. So können Änderungen im Businessmodell und der digitalen Strategie flexibel aufgefangen werden. 

Der Vorteil einer solchen Vorgehensweise: Im ersten Schritt werden die Zielgruppenbedürfnisse in den Fokus gestellt – von Medizinern, Patienten oder Kliniken. Was sind die Probleme, wo liegt der Bedarf, und durch welche digitalen Angebote lassen sie sich lösen? Daraus werden die zunächst relevantesten Services abgeleitet.

Der Projektentwicklungszyklus bei der Umsetzung ist kurz: Ein Modul, also etwa eine Funktion für ein digitales Patientenportal, geht schnell in einer funktionalen Version live und wird in der Praxis mit echten Nutzern getestet. Mithilfe der resultierenden Erfahrungen kann es in folgenden Iterationen kontinuierlich angepasst und verbessert werden. Das ermöglicht hohe Geschwindigkeit und Qualität – auch in der kontinuierlichen Optimierung und Erweiterung: Da die Dienste eigenständig und durch APIs gekoppelt sind, können sie unabhängig voneinander weiterentwickelt und etwa auf Basis einer Container-Infrastruktur individuell skaliert werden. 

Life-Science-Unternehmen
Der Wert von Daten für die digitale Transformation am Beispiel eines Gesundheitsservices. (Bild: AOE)

Werte kreieren über Daten

Denkt ein Life-Science-Unternehmen um und beginnt, Daten als Ressource und als Grundlage für die digitale Transformation zu betrachten, wird der Wert einer transaktionalen digitalen Plattform schnell deutlich: Hier liegen Kunden- und Vertragsdaten zentralisiert vor, das heißt sie können zum einen unkompliziert angereichert und zum anderen übergreifend genutzt werden, etwa durch eine automatisierte Analyse, Machine Learning oder AI. Zudem ermöglicht eine solche Plattform die Integration externer Systeme und Quellen, aus denen zusätzliche Erkenntnisse gewonnen und neuer Wert generiert werden kann. 

Ein solches Digitalisierungsvorhaben ist komplex und technologisch anspruchsvoll. Gartner empfiehlt Life-Science-Unternehmen, diesen Herausforderungen gemeinsam mit erfahrenen Technologiepartnern zu begegnen. Einige solcher Partnerprojekte befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. So arbeiten etwa Bristol-Myers Squibb, Pfizer und Fitbit zusammen, um durch die Analyse von Fitnesstracker-Daten eine frühzeitige Diagnose von Vorhofflimmern zu ermöglichen. 

Sanofi und Google haben sich zusammengeschlossen, um den Zugang zu Healthcare über Technologien zu beschleunigen. Novartis kooperiert in Projekten in den Bereichen Forschung, klinische Entwicklung und Produktion mit Microsoft. Ebenfalls mit Microsoft arbeitet Astra-Zeneca, um die Entwicklung innovativer Lösungen für Verbraucher im Gesundheitswesen und medizinische Fachkräfte zu beschleunigen. 

Was Life-Science-Unternehmen jetzt erreichen können

Diese Beispiele zeigen: CIOs von Life-Science-Unternehmen müssen ihre Digitalisierungsprojekte weder alleine stemmen noch bei null beginnen. Stattdessen sollten sie größer und langfristiger denken, weg von den kleinen Maßnahmen und hin zu den eigentlichen Businesszielen. So lässt sich mit den passenden Umsetzungspartnern die Bereitschaft zu Innovation in eine effiziente Digital-Business-Strategie kanalisieren – und letztlich in eine digitale Plattform, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.  

Lesen Sie auch: Datenkonzentration in der Produktion:  Speichern Sie noch oder wissen Sie schon?

Life Science UnternehmenQuelle: AOE

Über den Autor: Steven Bailey ist Chief Strategy Officer bei AOE und Experte für die Entwicklung von B2X-Transaktionsportalen und mobilen Lösungen, die es Unternehmen ermöglichen, neue Geschäftsmodelle abzubilden und nachhaltige Umsatzströme zu generieren.

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