Labore: Materialengpässe und Personalmangel belasten die Forschung

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Eine neue Umfrage der Starlab International GmbH von 230 Labormitarbeitern, Managern und Einkäufern in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Italien und Frankreich beleuchtet die aktuelle Lage der Labore und die Versorgung mit Liquid-Handling-Materialien. Auch 2021 erwarten die Befragten ein schwieriges Jahr, bedingt durch Personal- und Versorgungsengpässe.
Labore

Quelle: Gorodenkoff/shutterstock

  • Labore erwarten weiter steigenden Materialbedarf im Liquid-Handling-Bereich im Jahr 2021.
  • 33 Prozent der Labore in Europa bauen zusätzliche Materialbestände auf.
  • Medizinische Labore werden bei der Belieferung mit Liquid-Handling-Materialien bevorzugt.
  • Personal- und Versorgungsengpässe gehören derzeit zu größten Herausforderungen der Laborbranche.

Der gestiegene Materialbedarf bedingt durch die Corona-Krise hat nicht nur Auswirkungen auf die medizinischen Labore, die mit der Auswertung von Tests und der Entwicklung eines Impfstoffs beschäftigt sind. Auch andere Labore klagen zunehmend über fehlende Materialien im Liquid-Handling-Bereich. So geben 44 Prozent der europaweit befragten Laboranten an, dass sie Materialien derzeit nur verspätet oder gar nicht geliefert bekommen. In Deutschland sind es sogar über 60 Prozent.

Labore: Steigende Nachfrage nach Liquid-Handling-Materialien

„Wir beobachten derzeit eine angespannte Situation bei allen Laboren. Die Knappheit betrifft nicht nur Kliniken und Diagnostiklabors, die mit der Bekämpfung der Corona-Krise betraut sind. Das bestätigt uns auch eine weitere aktuelle Umfrage unter unseren Sales-Verantwortlichen in Europa“, erklärt Klaus Ambos, Geschäftsführer der Starlab International GmbH.

Obwohl die zugelassenen Impfstoffe Hoffnung geben auf eine baldige Entschärfung der Lage, erwartet eine Mehrheit der befragten Laboranten, dass 2021 ebenfalls ein angespanntes Jahr bleibt und die Nachfrage nach Liquid-Handling-Materialien noch mehr steigen könnte. 26 Prozent der Befragten gehen von einer Steigerung von rund 25 Prozent aus, acht Prozent sogar von mehr als 50 Prozent. Von einem gleichbleibend hohen Bedarf gehen 56 Prozent aus.

Als Konsequenz können Zulieferer wie Starlab bereits jetzt ähnliche Effekte beobachten wie im Einzelhandel: Kunden decken sich verstärkt mit Material ein, um in Zukunft reibungslose Arbeitsabläufe zu gewährleisten. Rund ein Drittel der befragten Labore hatten sich in den vergangenen Monaten verstärkt mit Material eingedeckt. 42 Prozent wollen mit Blick auf zukünftige Spitzen zusätzliche Materialbestände aufzubauen.

Ungleiche Materialverteilung belastet andere Forschungslabore

Fast 50 Prozent der Befragten haben zudem das Gefühl, dass Liquid Handling-Materialien derzeit schwerer zu beschaffen sind, weil medizinische Labore bei der Belieferung bevorzugt werden. In Deutschland gibt es aktuell je nach Zählung zwischen mehr als 1.700 und 2.500 Labore, die in den Bereichen Lebensmittel-, Umwelt- und Medizinanalytik tätig sind. Die aktuell deutschlandweit knapp 170 Labore, die wöchentlich rund 100.000 Covid-Tests verarbeiten, repräsentieren damit nicht einmal zehn Prozent der Labore.

Starlab Ambos
Klaus Ambos ist Geschäftsführer der Starlab International GmbH.

Die Herausforderung: In Anbetracht dramatisch steigender Corona-Fallzahlen haben diese Labore einen immensen Bedarf an Material, den sie bei ihren Zulieferern einfordern.
„Viele Laborausrüster befinden sich in einem Dilemma. Nur weil der öffentliche und gesellschaftliche Druck beim Thema Covid-19 höher ist, bedeutet dies nicht, dass andere Bereiche der Medizin darunter leiden dürfen. Bei der Materialauslieferung bemühen wir uns daher um eine ausgeglichene Bereitstellung“, erklärt Klaus Ambos.

Digitalisierung der Labore gegen Personalmangel

Neben möglichen Versorgungsengpässen, die mit 56 Prozent die Mehrheit der befragten Labormitarbeiter als größte Herausforderung betrachtet, steht auch der Mangel an Fachpersonal im Fokus. Rund 30 Prozent der Befragten sieht darin eine der größten Herausforderungen für die Branche 2021. Die Personalkrise wird durch die Corona-Pandemie zwar verschärft, bestand aber schon davor. „Der Mangel an Fachpersonal in den Laboren ist ein Problem, das die Branche schon länger beschäftigt. Wie auch in anderen Bereichen wirkt die Corona-Krise hier wie ein Brennglas“, erklärt Ambos.

Neue Trends in Sachen Digitalisierung können Abhilfe schaffen. Labor-Informations-Management-Systeme (LIMS) zum Beispiel digitalisieren und vereinfachen Prozesse wie die Dokumentation von Proben und lassen sich mit dem gesamten Labormanagement verknüpfen. „Die Digitalisierung hat das Potenzial, Laborberufe für den Nachwuchs wieder attraktiver zu machen, weil sie die eigentliche Forschungsarbeit wieder stärker in den Fokus rückt“, so Ambos.

Über die Studie: Für die Umfrage wurden Ende Dezember 2020 insgesamt 226 Laboranten aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Italien und Frankreich über die Kundendatenbank von Starlab International befragt. 62 der Befragten kamen dabei aus Deutschland, 12 aus Österreich, 87 aus Großbritannien, 45 aus Frankreich und 20 aus Italien. Die Teilnahme erfolgte anonym und auf freiwilliger Basis. Zudem wurde parallel eine Umfrage unter 35 Vertriebsexperten der Starlab durchgeführt.

Die Starlab International GmbH mit Hauptsitz in Hamburg ist ein auf Liquid-Handling-Technologie und Laborprodukte spezialisiertes Unternehmen mit Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und Italien. Das Produktportfolio umfasst Labor-Verbrauchsmaterial wie Pipettenspitzen, Einkanal- und Mehrkanal-Pipetten, Zellkultur- und PCR-Verbrauchsartikel, Nitril- und Latex-Handschuhe sowie Instrumente für den allgemeinen Laborbedarf. (sg)

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