Durch intelligente Sensorik Prozesssicherheit und Explosionsschutz gewährleisten

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Intelligente Sensorik und anlagenspezifisches Engineering sind dazu geeignet, Prozesssicherheit und Explosionsschutz zu gewährleisten. Dr.-Ing. Johannes Lottermann von REMBE Safety + Control erläutert im Interview den Stand der digitalen Transformation in der Branche.
Prozesssicherheit

Quelle: Rembe

Durch intelligente Sensorik, smarte Verknüpfungen und anlagenspezifisches Engineering ist es möglich Prozesse, die in kritische Zustände gelangen frühzeitig zu erkennen und eine Prozesssicherheit und einen Explosionsschutz zu gewährleisten. Die Redaktion der DIGITAL PROCESS INDUSTRY sprach mit Dr.-Ing. Johannes Lottermann, Chief Business Development Officer, Explosion Safety bei REMBE Safety + Control, über den Stand der digitalen Transformation in der Branche und wie sich branchenübergreifend Sicherheitskonzepte für Anlagen und Apparaturen jeglicher Art realisieren lassen.

Welche Hindernisse bei der digitalen Transformation bestehen zurzeit noch?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Ein Hindernis besteht bereits im Kopf und ganz konkret darin, dass neben all dem Fokus auf Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung die Chance einer verbesserten Arbeits- und Prozesssicherheit verkannt wird. Laufen Prozesse innerhalb der bestimmungsgemäßen Verwendung, kann die Digitalisierung mehr als Feinschliff verstanden werden, als sie gerade dann ihre volle Stärke ausspielen kann, wenn nicht mehr alles rund läuft und sich sogar Havarien oder Schadensszenarien ereignen.

Können Sie unseren Lesern das Unternehmen REMBE vorstellen und die Vorteile der Produkte im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Prozessindustrie aufzeigen?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: REMBE hat schon immer den Status Quo in der Prozesssicherheit kritisch hinterfragt. Im Ergebnis haben wir mit der KUB beispielsweise eine Berstscheibe mit vorher unvorstellbar geringen Toleranzen und mit dem Q-Rohr eine Explosionsdruckentlastung mit ebenfalls vorab undenkbarer Flammenrückhaltung entwickelt. Geprägt von dieser DNA führen wir die Prozesssicherheit und den Explosionsschutz mit unseren Produkten der neuesten Generation in die nächste Evolutionsstufe.

Durch intelligente Sensorik, smarte Verknüpfungen und anlagenspezifisches Engineering schaffen wir mit unserem REMBE iQ Safety Cockpit eine Form der künstlichen Intelligenz, die dann einsetzt, wenn Prozesse in kritische Zustände gelangen. Genau dann, wenn es darauf ankommt, nämlich im kritischen Anlagenzustand, unterstützt das Safety Cockpit die Verantwortlichen mit automatisierten Benachrichtigungen und Notfallplänen, sodass Schäden möglichst geringgehalten werden können.

Prozesssicherheit
Ein Beispiel zu vorab individuell konfigurierten Einsatz- und Ablaufszenarien im iQ Safety Cockpit. (Bild: REMBE)

Sie bieten Kunden branchenübergreifend Sicherheitskonzepte für Anlagen und Apparaturen jeglicher Art. Auf welche Dinge sollte man aus ihrer Sicht bei der Umsetzung eines digitalen Sicherheitskonzeptes achten?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Stellen Sie sich bitte einmal ihr erstes Auto vor und vergleichen es mit ihrem heutigen Wagen – die Automobilindustrie lebt mit einer vorbildlichen Entwicklungsdynamik vor, was wir in der Prozessautomatisierung leben können: Pre-Crash und aktive Fahrer-Assistenz-Systeme gepaart mit smarter und vor allem schnell und zuverlässiger Sicherheitstechnik im Falle eines Unfalls sind sicherheitstechnisch letztlich nichts anderes als eine Kombination vorbeugender und konstruktiver Explosionsschutzmaßnahmen. In logischer Konsequenz sollten Schutzsysteme analog zum Beispiel viel mehr mit den Prozessen und Bedienern kommunizieren. Denkt man einem Schritt – im gleichen Bild bleibend – weiter: Erst, wenn wir die Sicherheit durch eine smarte, zuverlässige und hochverfügbare Digitalisierung voll im Griff haben, kann autonomes Fahren möglich werden.

Predictive Maintenance verfolgt als eine der Kernkomponenten von Industrie 4.0 einen vorausschauenden Ansatz und wartet Maschinen und Anlagen proaktiv, um Ausfallzeiten niedrig zu halten. Was würden Sie Kunden aus der prozesstechnischen und verfahrenstechnischen Industrie ans Herz legen, um hier die noch vorhandenen Hemmschwellen abzubauen? Und wie sehen Sie Predictive Maintenance im Zusammenhang mit einem vorbeugenden Explosionsschutz?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Predictive Maintenance lässt sich gerade unter Berücksichtigung des Explosionsschutzes mit einer klaren Zustimmung beantworten. Explosionen geschehen nicht einfach, sind vielmehr oftmals eine Verkettung von kleinen scheinbar unbedeutenden Ereignissen: Eine Leckage hier, ein überschrittenes Wartungsintervall da, ein heißes Lager dort… – Geschichten von Explosionsereignissen beginnen oft mit mangelnder Wartung. Jede gute Instandhaltungstruppe kann in der Praxis am Ende mehr an Explosionsschutz liefern als Sachverständige mit nicht gelebten Explosionsschutzdokumenten. Diese wahren Explosionsschützer durch intelligente Systeme nicht zu unterstützen, verbietet sich letztlich.

Explosionsschutz in der Lebensmittelindustrie muss nicht nur sicher, sondern auch hygienisch sein. Kann man hierbei auch neue Technologien und smarte Anwendungen sowie auf eine intelligente Vernetzung mittels Apps und digitaler Tools setzen?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Die meisten unserer Produktfamilien gibt es in hygienischen Ausführungen und fügen sich so unsichtbar dem Prozess an wie heutige Airbags modernen Fahrzeugdesigns. Auch die Hygieneausführungen unserer Produkte können mit Digital Services wie unserem Safety Cockpit kombiniert, überwacht und gesteuert werden.

Inwiefern plant Ihr Unternehmen die Entwicklung smarter Produkte?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Schutzsysteme, wie beispielsweise Berstscheiben zur Entlastung von prozess- oder explosionsbedingten Überdrücken müssen vor allem eines sein: Schnell und zuverlässig. Je analoger ein Schutzsystem, desto schneller. Dennoch: Mit dem iQ Safety Cockpit und unserer neuesten Sicherheitselektronik, der Exkop Express sind unsere konventionellen Schutzsysteme smarter geworden ohne dabei an ihrer eigentlichen Stärke einbüßen zu müssen. Spezielle Sensoren, die die eigentlichen Funktionen der jeweiligen Schutzsysteme nicht beeinflussen, werden hierzu mit unseren Systemen verknüpft.

Prozesssicherheit
Für den vorbeugenden Explosionsschutz kann man die HOT-SPOT-Melder einsetzen. (Bild: REMBE)

Der thermografische Melder HOTSPOT und der kompakte Pyrolysegasmelder GSME sind speziell auf die Anforderungen der Explosions- und Brandfrüherkennung in staubführenden Anlagen zugeschnitten. Nennen Sie unseren Lesern doch Beispiele, wie diese vernetzt von großem Vorteil für die Prozesssicherheit sein können?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Kennen Sie das: Sie kommen in einen Anlagenbereich und stellen fest, dass es „verbrannt riecht“ – und das obwohl kein Sensor Alarm schlägt. Was, wenn ich Ihnen sage, dass wir mit unserem Partner mit den GSME- und HotSpot-Melder eine künstliche Intelligenz geschaffen haben, die Brand- und Explosionsereignisse bereits im Frühststadium entdeckt. Der GSME-Melder ist dabei eine künstliche Nase, „abgerichtet“ auf Pyrolyse- im Volksmund auch Schwelgase genannt, während der HotSpot-Melder ein künstliches Auge darstellt, das bereits Oberflächentemperaturänderungen von 1 °C entdeckt. Gepaart mit dem iQ Safety Cockpit können die beiden präventiven Schutzsysteme Zustandsänderungen bewerten und automatisch oder über präzise Anleitungen an den Bediener die Anlage in einen sicheren Zustand bringen.

Gibt es bei REMBE eine eigene Beratung, welche sich mit der Umsetzung der digitalen Transformation auseinandersetzt?

Dr.-Ing. Johannes Lottermann: Wir haben die Notwendigkeit für die Thematik der Digitalisierung der Prozesssicherheit erkannt und eine Task Force bestehend aus einem Kollegen unserer IT, dem Service, dem Engineering und dem Consulting gegründet. In ersten Projekten konnten wir bereits Erfahrungen sammeln, sind uns aber eines bewusst: Keine Anlage ist wie die Andere, die sicherheitstechnische Infrastruktur kann von Werk zu Werk, von Anlage zu Anlage und Land zu Land stark abweichen, so dass wir stets individuelle Schutzkonzepte mit unseren Kunden entwickeln statt mutmaßlich fertige Konzepte aus der Schublade zu ziehen.

Prozesssicherheit: Tipps zur…

Umsetzung digitaler Sicherheitskonzepte aus der Sicht von REMBE:

  1. Stellen Sie sicher, dass Sie ihren Prozess verstehen!
  2. Beurteilen Sie allfällige Gefährdungen in Ihrem Prozess!
  3. Identifizieren Sie Schwachstellen in Sicherheitskonzepten, insbesondere beim Faktor Mensch!
  4. Kontaktieren Sie Experten auf dem Gebiet, seriöse Hersteller sind heutzutage nicht minder neutral als Sachverständige, verfügen aber letztlich über ein breites Wissen an technischen Möglichkeiten!
  5. Verstehen Sie vor allem, dass die Digitalisierung der Prozesssicherheit am Ende Grundvoraussetzung dafür ist, die Prozesse als solches durch 4.0 zu optimieren.

Lesen Sie auch: Notfallpläne fürs Produktionsteam – Die Reaktion auf die Krise in der Prozessindustrie

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