Digitalisierungsindex der Industrie: Wie Betriebe mit mobiler IT die Corona-Krise meistern

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Die Corona-Krise macht Industrieunternehmen in Deutschland digitaler. Wie die neue Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ der Telekom Deutschland zeigt, setzt die Mehrheit der mittelständischen Industriebetriebe zur Einführung digitaler Prozesse auf eine mobile und flexible IT-Infrastruktur.
Digitalisierung Plattform Industrie 4.0

Quelle: PopTika/Shutterstock

  • Die Telekom Deutschland hat jetzt die neue Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ veröffentlicht.
  • 81 Prozent der befragten Industrieunternehmen steigern ihre Produktivität mit Fernüberwachung.
  • 56 Prozent der Industrieunternehmen halten trotz Corona-Krise an ihrem aktuellen IT-Budget fest.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ um drei Punkte auf den Indexwert 62. Damit gehört die Industrie zu den am stärksten digitalisierten Branchen im Mittelstand. „Erfreulich ist, dass die Mehrzahl der Industrieunternehmen trotz Corona an ihren Investitionsvorhaben festhält. Insgesamt hat Corona dafür gesorgt, dass die digitale Transformation gehörig an Tempo zulegt. Unabhängig davon steigert die Digitalisierung Umsatz, Qualität und Kundennähe“, kommentiert Christina Langfus, Leiterin Vertrieb Großkunden bei der Telekom Deutschland.

Digitalisierungsindex
Der Digitalisierungsindex in der Industrie ist auf 62 gestiegen. (Grafik: Telekom Deutschland, techconsult)

Branchentypische Technologien unterstützen die Digitalisierung

Gemäß der Studie investieren die Unternehmen vor allem in mobile Endgeräte. Außerdem sind Anwendungen zur Kollaboration und Webkonferenz-Lösungen gefragt. Damit können Mitarbeiter der Betriebe auch aus dem Homeoffice heraus effizient arbeiten – allen voran die Digital Leader. So konnten zehn Prozent der Unternehmen mit dem höchsten Digitalisierungsgrad ihren Digitalisierungsgrad auf 86 Indexpunkte hochschrauben.

Neben den Pandemie-getriebenen Investitionen fokussierten sich die Unternehmen auf digitale Lösungen entlang ihrer Wertschöpfungskette. Dazu zählen die Fernüberwachung, die Steuerung und der Zugriff auf Geräte, Maschinen und Anlagen. Fast jedes dritte Unternehmen setzt derartige Technologien bereits ein. 81 Prozent steigerten damit ihre Produktivität und 79 Prozent konnten Ausfallzeiten reduzieren.

Digitalisierungsindex: Fokus auf digitalen Geschäftsmodellen

Industrieunternehmen konzentrierten sich seit Ausbruch der Pandemie auf die Entwicklung und das Angebot digitaler Produkte. Dies schafft die Grundlage für neue, digital gestützte Dienstleistungen. Zudem nutzen 41 Prozent der Unternehmen vermehrt digitale Plattformen wie Vergleichs- und Bewertungsportale, Suchmaschinen, Sharing-Plattformen, App Stores oder Online-Marktplätze. Betriebe verwenden digitale Kanäle und soziale Netzwerke, um Produkte und Services zu vermarkten. Sie kommunizieren tagesaktuelle Angebote online oder beraten ihre Kunden per Video im Netz. Gefragt ist deshalb eine stabile und sichere Netzinfrastruktur.

Digitalisierungsindex
42 Prozent der Betriebe haben ihr Geschäftsmodell in der Krise angepasst. (Grafik: Telekom Deutschland, techconsult)

88 Prozent der Top-Digitalisierer erklärten, dass sie dank digitaler Lösungen schnell und flexibel reagieren konnten. Dem stimmten im Durchschnitt aller Industrieunternehmen nur 41 Prozent zu. Die Digital Leader erwirtschaften zudem ein besseres Ergebnis, was Absatz, Umsatz, Profitabilität sowie Produkt- und Servicequalität betrifft.

Digitalisierungsindex: Einfluss auf die Investitionsbereitschaft

Die Corona-Krise zwingt auch die Industrie zum Spagat zwischen Sparen und Investieren. 22 Prozent der Unternehmen müssen aufgrund der Corona-Pandemie ihre IT-Investitionen reduzieren – im Schnitt um 28 Prozent. 56 Prozent der Unternehmen halten an ihrem IT-Budget fest und 22 Prozent wollen ihre Investitionen sogar erhöhen. Im Fokus steht die Ausstattung der Mitarbeiter für flexibles Arbeiten. Dazu zählen mobile Endgeräte, Kommunikations- und Kollaborationstools sowie VPN-Lösungen. In diese Technologien wollen Unternehmen auch 2021 verstärkt investieren.

Digitalisierungsindex
Betriebe haben ihre Investitionen in innovative Technologien erhöht. (Grafik: Telekom Deutschland, techconsult)

Ein Dauerbrenner bleibt das Thema Sicherheit und Datenschutz. Viel Potenzial, um Geschäftsprozesse nach der Pandemie zu optimieren, bieten Augmented-, Virtual- und Mixed Reality-Anwendungen (AR, VR und MR). Das sind Technologien, die sich vielfältig nutzen lassen, wie für Montage- und Wartungsarbeiten oder auch zur Vermittlung von Lerninhalten, etwa in der Aus- und Fortbildung. Zudem können AR- und VR-Anwendungen dabei unterstützen, Fehler in der Produktion zu vermeiden.

Zur Methodik der Studie: Für den „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ befragten die Analysten von techconsult mehr als 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen. Die Studie sowie die Berichte zu den einzelnen Branchen sind hier kostenlos verfügbar. Unternehmen können ihren digitalen Status quo auch selbst prüfen und bietet einen Vergleich mit anderen Unternehmen. (sg)

Lesen Sie auch: Digitalisierung in der Corona-Pandemie: Nicht alle Unternehmen können mithalten

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