06.10.2022 – Kategorie: Digitalisierung

Digitale Transformation: Deutschland ist trotz Corona auf dem Stand von 2019

Digitale TransformationQuelle: Oliver Le Moal – Adobe Stock

Die Corona-Pandemie hat der digitalen Transformation in Deutschland keinen nachhaltigen Schub gegeben. Zu diesem Ergebnis kommt die „Digital Transformer of the Year Studie 2022“, die von Culcha, dem digitalen Personal Trainer für modernes Arbeiten und Führen, und der Transformations-Boutique _Mediate im März und April 2022 durchgeführt wurde. An der Studie haben mehr als 150 Fach- und Führungskräfte aus den Branchen Automobil, Industrie, Medien und Gesundheit teilgenommen und ihre Einschätzungen zum Stand der digitalen Transformation in ihren Unternehmen geteilt.

Nur rund 28 % der Befragten sehen die Unternehmen ihrer Branche bei der digitalen Transformation weit fortgeschritten. Im Jahr 2019 sahen das immerhin noch rund 30 % der Befragten so. Dabei sehen rund 80 % aller Befragten die digitale Transformation als Chance, die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu sichern.

Erst mit Abstand folgen Wachstumschancen, zum Beispiel die Gewinnung neuer Kund:innen (49 %) oder die Erschließung neuer Märkte (38 %). 54 % der Befragten sehen in anspruchsvolleren Kund:innen mit digitalem Nutzungsverhalten sogar eine Herausforderung für ihre Unternehmen, gefolgt vom Mangel an digitalen Fachkräften 46 %.

Für eine erfolgreiche digitale Transformation fehlt es nach Ansicht von 62 % der Befragten vor allem an der Fähigkeit, datengetrieben zu denken und zu entscheiden, dicht gefolgt von der Offenheit für Veränderungen (59 %). Dabei spielt es für den Großteil der Befragten keine Rolle, ob es sich um Mitarbeitende oder Führungskräfte handelt. Rund 62 % sehen die Fähigkeiten beider Gruppen im gleichen Maße ausbaufähig. Von einem Vorsprung der Führungskräfte kann also keine Rede sein. Überraschende 10 % der Befragten geben an, dass noch keine Maßnahmen im Unternehmen ergriffen wurden, um die Kompetenz-Lücken zu schließen.

Digitale Transformation weiterhin ganz oben auf der Agenda

Prof. Dr. Katja Nettesheim, CEO und Gründerin von Culcha, sagt: „Auf den ersten Blick sehen die Ergebnisse überraschend aus, aber sie kommen für uns nicht unerwartet. Corona hat die Digitalisierung der Prozesse entscheidend nach vorne gebracht. Jedoch aber nicht die Transformation in der Zusammenarbeit oder den Zugang zu neuen Märkten. Wir sind uns sicher, dass digitale Transformation als Beitrag zur Steigerung der Krisenfestigkeit von Unternehmen deshalb weiterhin ganz oben auf der Agenda der Entscheider:innen steht.“

In den Branchen zeichnet sich ein differenziertes Bild. Bei den Industrieunternehmen holen die Spätzünder auf. Der Anteil der Befragten in der Industrie, die ihre Branche als kaum fortgeschritten bewerteten, sank von 28 % im Jahr 2019 auf 20 % im Jahr 2022. In der Automobilbranche hingegen wird die Kluft weiter: 55 % der Befragten gaben an, die Unterschiede beim Fortschritt in der digitalen Transformation in der Branche seien erheblich (2019: 29 %).

Die Medienbranche war eine der ersten, die sich den Herausforderungen der digitalen Welt stellen musste, und ist entsprechend heterogen: einige Unternehmen waren dabei sehr erfolgreich, andere tun sich noch immer schwer. 2022 sehen 37 % der Befragten die Branche als weit fortgeschritten. Dem gegenüber stehen 20 %, die den Stand der Transformation mit schlecht benoten. Im Gesundheitssektor sehen immerhin 30 % der Befragten die Branche auf einem guten Weg. Rund ein Viertel bewerten den Fortschritt jedoch als schlecht.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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