13.10.2021 – Kategorie: Automatisierung & Robotik

Automatisierungsanlagen: Neues Profil für Roboter-Systeme

AutomatisierungsanlagenQuelle: FotoFeast/Shutterstock

Eine Kernaufgabe von PROFIBUS & PROFINET International (PI) ist die herstellerübergreifende Standardisierung von Datenschnittstellen, damit die Kommunikation in Automatisierungsanlagen einfach und interoperabel ist.

Neben den schon bewährten Profilen für Automatisierungsanlagen PROFIsafe, PROFIdrive, PROFIenergy und PA startet nun PROFIBUS & PROFINET International (PI) mit dem Profil für Roboter-Systeme eine Erweiterung des Technologieportfolios, um neue Applikationen besser zu bedienen. Für die Ausarbeitung dieses neuen Profils hat PI eine neue Working Group „Profile for Robot Systems“ ins Leben gerufen.

In modernen Automatisierungsanlagen werden immer mehr stationäre Roboter als Komplettsystem integriert, um den Automatisierungsgrad zu erhöhen und Kosten zu senken. Da die Produktionslinie sich typischerweise von einer SPS steuern lässt und der Anwender die Programmierung der Produktionslinienapplikation über das Programmiersystem der SPS vornimmt, ergibt sich die Forderung, auch die in die Produktionslinie integrierten Roboter-Komplettsysteme verschiedener Hersteller über das SPS-Programmiersystem einheitlich steuern und programmieren zu können.

Vor diesem Hintergrund soll eine einheitliche Datenschnittstelle zwischen der SPS und den Robotersteuerungen zu definieren sein. Damit lassen sich die Roboterprogrammierungen für SPS-Programmierer und SPS-Anbieter einheitlich – und damit effizienter – gestalten. Diese Datenschnittstelle soll ermöglichen, dass Roboterprogramme vollständig in der SPS zu erstellen sind. Dadurch benötigt der SPS-Hersteller nur noch eine einzige Roboter-Bibliothek basierend auf dieser Datenschnittstelle, während auf der anderen Seite auch der Roboterhersteller nur noch einen einzigen Interpreter für seine Robotersteuerung implementieren muss. Über die Datenschnittstelle lassen sich die Roboterfunktionen aufrufen und die erforderlichen Roboterzustandsinformationen an die SPS zurückmelden.

Die primäre Zielgruppe dieses Schnittstellenkonzepts sind die SPS- und Roboterprogrammierer, die eine Maschine oder Produktionslinie inkl. Roboter implementieren (OEM), aber auch Maschinenbediener und Anlagenbetreiber profitieren hiervon (Endkunden).

Zur Umsetzung sollen alle bisher bekannten Roboterfunktionen herstellerneutral in dieser Datenschnittstelle definierbar sein, wobei der Schwerpunkt auf der Handhabung liegt. Hierbei soll auf die Vorarbeiten der Projektgruppe „Standard Robot Command Interface“ aufgesetzt werden.

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