Cyberangriff auf Automatisierungstechnik-Anbieter

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Die Pilz GmbH & Co. KG wurde Ziel eines schweren Cyberangriffs. Weltweit waren Server- und Kommunikationssysteme des Automatisierungsunternehmens aus Ostfildern betroffen.
Quelle: Pilz

Am 13. Oktober hatten die Monitoring-Systeme der Webserver von Pilz verdächtige Aktivitäten registriert und als Hackerangriff identifiziert. Um eine mögliche Ausbreitung des Angriffs sowohl im Unternehmen, als auch nach außen zu verhindern, hat Pilz sofort nach dem Ausbruch des Angriffs sämtliche Netzwerke und Server des Unternehmens abgeschaltet. Die Täter hatten jedoch bereits mit Hilfe eines Verschlüsselungstrojaners, sogenannte Ransomware, weltweit Server attackiert und einen Teil der Daten verschlüsselt. Das Ziel der Cyber-Attacke waren die IT-Systeme des Unternehmens für die sogenannte Bürokommunikation. Produkte und Lösungen jedoch, die das Automatisierungsunternehmen im Bereich Safety und Security anbietet, dienen sowohl dem Schutz von Mensch und Maschine (Maschinensicherheit), als auch dem Schutz von Maschinen und Anlagen vor unbefugtem Zugriff oder Manipulation (Industrial Security). Pilz, als Unternehmen der sicheren Automation, möchte sein bestehendes Know-how im Bereich Safety und Security um die Erfahrungen aus dem aktuellen Cyberangriff erweitern und mit seinen Kunden teilen.

Keine weitere Ausbreitung des Angriffs
Schon innerhalb weniger Stunden nach dem Angriff hat Pilz die Behörden benachrichtigt und Anzeige erstattet. „Was diesen Angriff betrifft, sind wir bei den ermittelnden Behörden in den besten Händen, dürfen jedoch zum Vorfall selbst nur sehr wenig sagen. Damit sollen die laufenden Ermittlungen nicht gefährdet werden. Soviel jedoch kann gesagt werden: Es wurden weder Kunden- noch Lieferanten-Daten gestohlen, zudem konnten wir keine virale Ausbreitung des Angriffs feststellen. Das sind gute Nachrichten!“, kann Thomas Pilz, geschäftsführender Gesellschafter von Pilz, berichten.
In den ersten Tagen organisierte sich das Unternehmen mit Hilfe agiler Methoden über Whiteboards und sichere Messenger-Dienste, Arbeitsgruppen wurden gebildet und in Abstimmungsrunden gemeinsam Prioritäten festgelegt. Parallel zur Abwehr des Angriffs prüften Forensiker gewissenhaft, welche Bereiche des Netzwerkes betroffen waren und säuberten die Daten. Schritt für Schritt nimmt das Unternehmen seine IT-Infrastruktur wieder in Betrieb. Doch, bis für alle Mitarbeiter sämtliche IT-Dienste wieder in gewohntem Umfang zur Verfügung stehen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Erfahrung teilen und Bewusstsein schaffen

Das Unternehmen sieht in der aktuellen Situation zudem Chancen, das Unternehmen zu stärken – nicht nur mit Blick auf die IT: „Die letzten Wochen haben gezeigt: Die Technik mag ausfallen, doch der Zusammenhalt und das Miteinander der Menschen sowie der Wille, Probleme gemeinsam zu lösen, haben uns getragen. Wir sehen positiv in die Zukunft,“ erklärte die geschäftsführende Gesellschafterin Susanne Kunschert. „Die aktuelle Angriffswelle auf uns und viele andere Unternehmen macht deutlich, dass Cyberkriminalität immer mehr zur ernsten Bedrohung für Wohlstand und Frieden in unserem Land wird. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass diese Form der organisierten Kriminalität noch mehr Beachtung findet und Unternehmen, Verbände, Behörden und Politik künftig noch stärker zusammenarbeiten, damit anderen Unternehmen und Einrichtungen unsere Erfahrungen erspart bleiben.“

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